06.09.2017

Das eigene Profil schärfen

Markenaufbau:

Kernbotschaften sollten sich als roter Faden durch alle Äußerungen ziehen

Der di­gi­ta­le Wan­del gilt unter Deutsch­lands Wirt­schafts­eli­te als Her­aus­for­de­rung Num­mer eins. Dazu zäh­len ins­be­son­de­re die dra­ma­ti­schen Ver­än­de­run­gen in der Sup­p­ly Chain von Kon­sum­gü­ter­in­dus­trie und Han­del und die zu­neh­men­de Ver­net­zung von Wert­schöp­fungs­ket­ten der In­dus­trie. Als Trei­ber die­ser Ent­wick­lung pro­fi­lie­ren sich me­di­en­wirk­sam ins­be­son­de­re US-ame­ri­ka­ni­sche Tech­no­lo­gie­kon­zer­ne, E-Com­mer­ce-An­bie­ter oder hippe Start-ups aus Ber­li­ner Back­stein­lofts.

 

Ver­gleichs­wei­se wenig öf­fent­li­che Auf­merk­sam­keit er­fah­ren da­ge­gen Un­ter­neh­men, die mit ma­ß­ge­schnei­der­ter Pro­zess­tech­no­lo­gie ana­lo­ge Güter aus der vir­tu­el­len Welt auf die Stra­ße, in die Werks­hal­len und in die Ge­schäf­te brin­gen – und damit rea­len Mehr­wert schaf­fen.

 

An feh­len­der Re­le­vanz kann es nicht lie­gen: Ob au­to­no­me Trans­port­mit­tel, E-Mo­bi­li­ty, Aug­men­ted Rea­li­ty oder In­ter­net of Things – die Kom­pe­tenz der Lo­gis­ti­ker ist ent­schei­dend für den Er­folg neue Tech­ni­ken und Ge­schäfts­mo­del­le. Wie die ak­tu­el­le Stu­die „Trends und Stra­te­gi­en in Lo­gis­tik und Sup­p­ly Chain Ma­nage­ment“ der Bun­des­ver­ei­ni­gung Lo­gis­tik (BVL) auf­zeigt, sehen drei Vier­tel der deut­schen Un­ter­neh­men in der Di­gi­ta­li­sie­rung große Chan­cen. Vor­aus­set­zung für die er­folg­rei­che Nut­zung der neuen Tech­no­lo­gi­en sei je­doch, dass alle Fa­cet­ten der Lo­gis­tik und des Sup­p­ly Chain Ma­nage­ments fest darin in­te­griert sind.

 

Doch noch ist das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­feld der Lo­gis­tik­un­ter­neh­men zu be­stel­len. Die Kar­ten wer­den ge­ra­de neu ge­mischt. Ins­be­son­de­re mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men, die sich durch stra­te­gi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on eine zu­kunfts­ori­en­tier­te Un­ter­neh­mens­mar­ke ge­stal­ten, haben jetzt gute Chan­cen Wett­be­werbs­vor­tei­le zu er­zie­len.

 

Der Lohn eines zeit­ge­mä­ßen Auf­tritts mit ent­spre­chen­der Re­so­nanz in Me­di­en und so­zia­len Netz­wer­ken: Selbst klei­ne oder mitt­le­re Un­ter­neh­men de­mons­trie­ren Markt­re­le­vanz, statt aus­tausch­ba­re Leis­tun­gen an­zu­bie­ten. Wer sich me­di­al Gehör ver­schafft und seine In­no­va­ti­ons­fä­hig­keit pra­xis­nah an­schau­lich macht, kommt leich­ter auf den Radar neuer Kun­den als Wett­be­wer­ber, die nur über Bran­chen­ver­zeich­nis­se auf­find­bar sind.

 

Be­kannt­heit und gutes Un­ter­neh­mensi­mage hel­fen auch bei der Mit­ar­bei­ter­su­che. Das fängt schon bei den Aus­bil­dungs­be­ru­fen der Lo­gis­tik an, die ver­gleichs­wei­se we­ni­ge Schul­ab­gän­ger auf dem Zet­tel haben. Und trotz der längst eta­blier­ten Stu­di­en­gän­ge und -schwer­punk­te des Lo­gis­tik­ma­nage­ments ver­schärft sich der Kampf um Top-Leu­te wei­ter. Auch für Ban­ken und In­ves­to­ren sind Un­ter­neh­men, die als Mit­ge­stal­ter der Zu­kunft auf­tre­ten, über­zeu­gen­der. Und schlie­ß­lich: Eine star­ke Marke auf der Basis von Kom­pe­tenz und Glaub­wür­dig­keit bie­tet auch in schwie­ri­gen Si­tua­tio­nen einen ge­wis­sen Schutz vor un­sach­li­chen An­grif­fen.

 

Wich­ti­ger als hohe Mar­ke­ting­bud­gets ist die Be­reit­schaft des Ma­nage­ments, aktiv zu kom­mu­ni­zie­ren – in Fach­me­di­en, auf Ver­an­stal­tun­gen und über ei­ge­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le. Al­ler­dings soll­ten me­di­al un­er­fah­re­ne Ak­teu­re sich zu­nächst die wich­tigs­ten Fer­tig­kei­ten für den Auf­tritt in Me­di­en und Öf­fent­lich­keit an­eig­nen. Nur so bringt man seine Bot­schaft ziel­grup­pen­ge­recht rüber. Me­di­en­be­ra­ter bie­ten ent­spre­chen­de ma­ß­ge­schnei­der­te Trai­nings an.

 

Alle Kon­takt­punk­te des Un­ter­neh­mens mit Kun­den, Mit­ar­bei­tern und Öf­fent­lich­keit soll­ten auf ei­ni­ge de­fi­nier­te Bot­schaf­ten und Ei­gen­schaf­ten ein­zah­len und damit eine Cor­po­ra­te Iden­ti­ty aus­drü­cken. Das gilt auch für Spra­che und vi­su­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­on im Netz und off­line. Un­ab­hän­gig von Ge­schmacks- und Stil­fra­gen hat die pro­fes­sio­nel­le Um­set­zung der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­stru­men­te höchs­te Prio­ri­tät.

 

Kla­ren Nutz­wert her­aus­stel­len

 

Um in der Fülle der In­for­ma­ti­ons­flut Gehör zu fin­den, muss der An­ge­spro­che­ne einen kla­ren Nutz­wert er­ken­nen. Die­ses Ver­spre­chen an Kun­den, an die Be­tei­lig­ten der Lie­fer­ket­te und alle, die in einer Be­zie­hung zum Un­ter­neh­men ste­hen, soll­te sich als Kern­bot­schaft wie ein roter Faden durch alle Äu­ße­run­gen zie­hen. Das gilt auch für den Dia­log über die so­zia­len Me­di­en wie Face­book, Twit­ter oder Ins­ta­gram. Krea­ti­ve Ideen ab­seits des Main­streams und ein spe­zi­fi­scher Un­ter­neh­mens­stil tra­gen eben­falls dazu bei, das ei­ge­ne Pro­fil zu schär­fen.

 

Der Bei­trag ist am 25. Au­gust 2017 in der DVZ er­schie­nen. Er steht hier als PDF-Do­ku­ment zum Down­load be­reit.

 

 

Illustration: Pedro Fonseca Almelda

 

sea pr © 2018

 

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