03.02.2017

Grüne Woche, grüne Aussichten

Winfried Peters

Gut schmecken muss es, gesund und frisch sein und appetitlich aussehen. Bei allem, was bei uns auf den Tisch kommt, legen wir hohe Maßstäbe an die Produktsicherheit an. Zu Recht. Schließlich sind Lebensmittel die einzigen Produkte außer Arzneimitteln, die wir uns buchstäblich einverleiben. Entsprechend sensibel reagieren wir auf alle Nachrichten, die mit der Lebensmittelqualität zu tun haben.

Auf dem Stand der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) konnten sich auch dieses Jahr die Besucher der Internationalen Grünen Woche wieder im Rahmen des „Dialogs Lebensmittel“ informieren, welche Anstrengungen die Hersteller von Schokoriegeln, Frühstücksflocken und Räucherschinken unternehmen, damit Verbraucher beim Gang durch den Supermarkt unbesorgt zugreifen können.

Was dabei häufig unterschätzt wird: Verpackungen spielen eine wichtige Rolle, damit Produkte unbeschädigt und hygienisch frisch im Einkaufsbeutel landen. BVE Geschäftsführer Peter Feller machte im Gespräch mit Winfried Peters deutlich, dass es ohne Verpackungen wie Kartons aus Wellpappe ziemlich leer in den Supermarktregalen aussähe: „Die Kartons machen die Ware transportfähig und schützen sie effizient; sie zeichnen sich zudem durch eine hohe ökologische Werthaltigkeit aus“, so Feller.

Den Moderator und früheren Redakteur der Lebensmittel Zeitung Werner Prill interessierte, wieso Verpackungen in der Öffentlichkeit dennoch häufig kritisch gesehen werden. „Kann man nicht einfach drauf verzichten?“ Nach Einschätzung des SEA PR-Chefs Peters ist die jahrzehntealte Diskussion über die „Verpackungsflut“ und die sich deshalb auftürmenden „Müllberge“ längst von der Wirklichkeit widerlegt. Dass solche Mythen von einzelnen Interessengruppen weiter gepflegt werden, sei schon erstaunlich, so Peters. Schließlich werde in Deutschland fleißig nach Materialien getrennt gesammelt und in großem Umfang recycelt.

Allerdings tragen die jüngsten, teils dramatischen Berichte über die Verschmutzung der Meere mit Kunststoffabfällen dazu bei, dass Verbraucher bei Plastikverpackungen zunehmend ein ungutes Gefühl bekommen – auch wenn die Deutschen als Verschmutzer der Weltmeere kaum ins Gewicht fallen. Dass große Lebensmittelkonzerne sich nach einer Erklärung auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos nun gemeinsam dafür einsetzen wollen, das Verpackungsrecycling weltweit zu verbessern, sei ein richtiger und notwendiger Schritt.

Noch besser allerdings sei es, zusätzlich das seit vielen Jahren perfekt funktionierende Kreislaufsystem der Wellpappe- und Kartonverpackungen zu nutzen. „Solche Verpackungen werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und in Deutschland vollständig recycelt. Da fällt überhaupt kein Müll an“, so Peters. Dass die „Grüne Woche“ auf dem BVE Stand auch die Frage „grüner Verpackungen“ diskutierte, kam beim Publikum gut an. Schließlich will man bei gutem Essen auch ein gutes Gewissen haben.

 

Bild: VDW