18.04.2017

Bringer

Winfried Peters

Die Deutschen haben sich zu einem Volk von Online-Konsumenten entwickelt. Jeder achte Euro, den der Handel hierzulande umsetzt, geht schon auf das Konto dieser Vertriebsform – besonders beliebt sind Mode, Unterhaltungselektronik und Bücher. Nur bei Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Gebrauchs tun wir uns noch schwer. Aber auch das wird sich ändern Schließlich ist es äußerst angenehm, sich die Waren bis an die Haustür bringen zu lassen.

Entscheidend für den Erfolg des E-Commerce sind smarte Konzepte, die den Shopper überzeugen. Doch während weltweit agierende Onlinehändler und expansive deutsche Webshops den Nimbus genießen, mit innovativen Geschäftsideen die Welt zu verändern, bleiben die eigentlichen Möglichmacher oft unter dem Radar der öffentlichen Aufmerksamkeit. Gemeint sind die Logistikunternehmen, die für eine immer schnellere Warenverfügbarkeit sorgen und uns am Ende sogar das Schleppen der Einkäufe abnehmen.

Dabei sind die „Bringer“ unserer Wirtschaft längst eine Speerspitze der Innovation und selbst Treiber von Veränderung. Ob autonome Transportmittel, E-Mobility oder  Internet-of-Things – die Kompetenz der Logistiker ist entscheidend für die Durchsetzung neuer Technologien und Geschäftsmodelle. Wenn sich die Kühlschränke der Familien also künftig nicht mehr durch millionenfachen Individualverkehr am Wochenende, sondern durch Direktlieferungen in die Haushalte füllen, steht zum erheblichen Teil logistische Intelligenz und Technologie dahinter.

Die Vorteile für Lebensqualität und Nachhaltigkeit sind erheblich, wenn die alltäglichen Besorgungen gebündelt und mit umweltverträglichen Lieferfahrzeugen ins Haus gebracht werden. Wie ernst es den Logistikern mit der Realisierung dieser Vision ist, zeigt das Beispiel Deutsche Post DHL. Der Paketdienstleister hat sich zum Automobilhersteller gemausert: Weil Daimler, VW & Co bis heute keine praktikablen Elektrofahrzeuge für Lieferdienste im Programm haben, hat das Unternehmen die Initiative ergriffen und ein eigenes Fahrzeug entwickelt. So sollen jährlich bis zu 10.000 so genannter Street-Scooter mit dem schwarzen Posthorn auf der Motorhaube entstehen, die demnächst lautlos mit unseren Wochenendeinkäufen vor die Haustür gleiten. Das bringt’s.

 

Bild: DPDHL