Corona und Kommunikation

 „Kommunikation kann alles.“ Das selbstbewusste Statement des 2016 viel zu früh verstorbenen Kollegen Klaus Januschewski ist in der Corona-Pandemie von aktueller Gültigkeit. Gute Kommunikation kann dazu beitragen, dass Menschen die Herausforderung diszipliniert und zuversichtlich annehmen und sich im Umgang mit anderen empathisch und kooperativ zeigen. Schlechte Kommunikation schürt hingegen Misstrauen, Ängste oder Aggressionen. Sie wirkt wie Sand im Getriebe einer Gesellschaft und treibt die Menschen im ungünstigsten Fall in die Arme von Aluhut-Trägern und Extremisten.

 

Wenn Kommunikatoren in Institutionen, Unternehmen und Agenturen also auf ihre große Stunde gewartet haben: Jetzt ist sie da! Corona unterstreicht eindrucksvoll den Wert guter Kommunikation nicht nur für Krisenbewältigung, sondern für den positiven Wandel – insbesondere in den Unternehmen. Denn schließlich fiel den Verantwortlichen für die externe und interne Kommunikation mit Beginn der Pandemie die Aufgabe zu, in einer teilweise unübersichtlichen Nachrichtenlage mit immer neuen Zahlen, Fakten und Expertenstatements Orientierung zu geben.

 

Dass es möglich war, in sehr kurzer Zeit Corporate Deutschland fast vollständig und ohne große Reibungsverluste von zu Hause aus arbeiten zu lassen, dass der ganz überwiegende Teil der Verbraucher unbequeme Hygiene- und Abstandsregeln akzeptiert und sich die Läden wieder füllen, dass auch in die Industrieproduktion unter neuen Rahmenbedingungen langsam wieder rund läuft – daran hatte und hat gute Kommunikation maßgeblichen Anteil.

 

Der Erfolg ist nur zum Teil der Tatsache geschuldet, dass viele verantwortungsvolle Kommunikationsprofis in Unternehmen und Institutionen sorgfältig Informationen prüfen, priorisieren und für ihre jeweiligen Stakeholder zielgruppengerecht aufbereiten. Was noch stärker ins Gewicht fällt, ist der Umgang mit dem Ungewissen. Wer in schwieriger Lage nicht nur Wissen teilt, sondern auch offen kommuniziert, was man noch nicht weiß, gibt sich keine Blöße, sondern schafft Vertrauen und stärkt die Gemeinschaft.

 

Der Fokus richtet sich in vielen Unternehmen längst auf die Nach-Corona-Zeit. Und obwohl der Weg dahin noch viele Wendungen mit sich bringen kann, ist es richtig, den mächtigen Schub für Veränderungen als Chance zu sehen. Alle großen Unternehmen diskutieren gegenwärtig die Fragen „Wie wollen wir künftig arbeiten?“, „Wie verändern sich unsere Werte?“ und „Was können wir als Unternehmen oder als einzelner Mitarbeiter für eine nachhaltige Zukunft leisten?“  Darüber reden bringt uns weiter. Es stimmt: Kommunikation kann alles.

 

 

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